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GAIA-X - die europäische Cloud

In Bezug auf die immer weiter fortschreitende Digitalisierung ist ein Begriff von zentraler Bedeutung, nämlich das sogenannte Cloud Computing. Hierbei handelt es sich um eine IT-Infrastruktur, die z.B. über das Internet zur Verfügung gestellt wird.

Sie umfasst in der Regel Speicherplatz, Rechenleistung und verarbeitende Software, die im Gegensatz zu herkömmlichen IT-Netzwerken nicht auf lokalen Servern oder Rechnern zum Einsatz kommen, sondern über Schnittstellen und Protokolle, meist in einen Webbrowser, genutzt werden können.

Bislang waren Nutzer, um wettbewerbsfähig zu bleiben, auf die entsprechenden Angebote amerikanischer und asiatischer Anbieter angewiesen. Allen voran Amazon, gefolgt von Microsoft, Google, Alibaba und IBM werden als Hyperscaler bezeichnet und beherrschen aktuell den Markt. Dies birgt für europäische Unternehmen einige Nachteile wie z.B. den sogenannten Lock-in-Effekt, der in diesem Zusammenhang die Hürden bei der Datenmigration beim Wechsel zu anderen Anbietern beschreibt. Hierdurch entsteht eine Abhängigkeit, die den aktuellen Marktführern im Bereich Cloud Computing natürlich einen entscheidenden Vorteil bietet.

Das europäische Projekt GAIA-X, das 2019 erstmals auf dem Digital-Gipfel in Dortmund von Peter Altmaier vorgestellt wurde und zu dessen Initiatoren Vertreter der Bundesregierung, Wissenschaft und Wirtschaft gehören, soll hier Abhilfe schaffen und den Aufbau einer leistungs- und wettbewerbsfähigen, sicheren und vertrauenswürdigen Dateninfrastruktur für Europa ermöglichen. Angeführt von deutschen und französischen Unternehmen und Institutionen, aber bereits jetzt mit der offiziell angekündigten Unterstützung fast aller europäischer Staaten ausgestattet, wird zu diesem Zweck eine internationale Non-Profit-Organisation mit Sitz in Brüssel gegründet.

GAIA-X soll bestehende und neue zentrale und dezentrale Infrastrukturen zu einem homogenen IT-Ökosystem innerhalb Europas zusammenschließen. Zum Einsatz kommen sollen offene und sichere Technologien, Software-Komponenten aus einem gemeinsamen Repository und die auferlegten Standards sollen auf europäischem Recht und dessen Regulierungen basieren.

Im Bereich der öffentlichen Verwaltung sind Sicherheit der Daten, Verlässlichkeit und Transparenz entscheidende Faktoren. Im Bereich der Wissenschaft und bei der Entwicklung von Innovationen sind hohe Leistungsfähigkeit, breite Datenverfügbarkeit und interdisziplinärer Austausch von großer Bedeutung. All dies soll GAIA-X in sich vereinen. Obwohl sich das Projekt aktuell noch in der Testphase befindet, soll der Live-Betrieb bereits Ende 2020 starten.